Eine alte Geschichte die das Leben schrieb.

 

Ein Abtsteinacher Bürger  war nach Ende des Krieges bei der Eisenbahn in Weinheim beschäftigt. Sein Vater hatte einige Hühner und einen Hahn in seinem  Besitz, um den Speisezettel etwas aufzubessern.  Eines Tages sagte er zu seinem  Sohne, wir bräuchten vielleicht mal einen neuen Hahn für unsere Hühner, damit neues Blut in die Rasse kommt.

Der Sohn hatte eine Idee. Sein Kollege wohnte in Hirschberg und züchtete Hähne. Also fragte er diesen, ob  er ihm vielleicht einen Hahn besorgen könnte. Natürlich sagte dieser , es ist kein Problem, nur musst du  zusehen, wie du ihn nach Hause bringst. Der Sohn fuhr mit der OEG nach Hirschberg. Sein Kollege steckte den Hahn in einen Sack und der Sohn setzte sich wieder in die OEG und legte den  Sack mit dem Hahn darin unter die Bank ihm gegenüber. Plötzlich stieg eine  Dame ein und setzte sich ihm genau gegenüber auf den Platz, unter dem der Hahn lag. Der Sohn dachte bei sich, hoffentlich steigt die Dame vorher aus, bevor ich in  Weinheim ankomme. Aber die Dame blieb sitzen, bis sie ihn  Weinheim ankamen. Der Sohn wusste nicht , wie er es der Dame beibringen sollte, dass der Hahn direkt unter ihrem Platz lag. Aber er musste sich etwas einfallen lassen. Er nahm allen Mut zusammen und sagte zu der Dame, könnte sie bitte ihre Beine  auseinander machen, ich möchte  meinen Hahn  raus holen. Die Dame fuhr empört in die Höhe, und schrie, wenn sie nur einen Knopf aufmachen, ziehe ich die Notbremse.

 

Erzählt von einem alten Abtsteinacher (So oder So Ähnlich)

 

 

DER HUND

Abtsteinach liegt am Fusse des Hardberges. Er ist 598 m hoch. Er wird auch liebevoll der Hausberg genannt. Nach dem Kriege wurde auf dem Hardberg ein Sender für Rundfunk und Fernsehen erstellt. In unmittelbarer Nähe erstellten wenig später auch die Amerikaner einen Radarturm. Dieses Gelände wurde ringsum abgezäunt, sodass kein Unbefugter dieses Grundstück betreten konnte. Die Familien der amerikanischen Soldaten waren zum größten Teil in Mannheim und Umgebung wohnhaft. Da sehr viele amerikanische Familien einen Hund besaßen, wusste man nicht, wo man nach deren Ableben die Tiere begraben sollte. So kam man auf die Idee, den Tieren auf dem Hardberg die letzte Ruhe zu geben. Eines Tages ging ein Abtsteinacher Ehepaar auf dem Hardberg spazieren. Sie kamen an dem abgezäunten Grundstück vorbei und sahen einen deutschen Offizier der mit einem Hund an der Leine über das Grundstück lief. Es war ein sehr schöner Schäferhund, der gewiss nicht krank aussah. Die Frau fragte voller Entsetzen den Offizier, was denn mit dem Hund geschehen soll. Der Offizier antwortete, dass der Hund krank sei und getötet werden muss.. Er sei an Tollwut erkrankt. Du lieber Gott , sagte die Frau, man sieht ihm doch überhaupt nicht an, dass er krank ist. Können sie mir sagen, woran erkennt man denn, dass er Tollwut hat.. Ja sagte der Offizier, die an Tollwut Erkrankten haben tränende Augen und hängende Ohren. Du lieber Gott, sagte die Frau zu ihrem Mann, komm lass uns schnell verschwinden, sonst wirst du auch noch erschossen. Dies geschehen zu Absteinach vor langer Zeit.

 

Erzählt von einem alten Abtsteinacher (So oder So Ähnlich)